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ITER

Mit dem Projekt ITER arbeiten die großen Fusionsprogramme der Welt - China, EU, Indien, Japan, Korea, Russland, USA - gemeinsam daran, einen Internationalen Thermonuklearen Experimentalreaktor (ITER) zu bauen.

ITER soll zeigen, dass es physikalisch und technisch möglich ist, die Energieerzeugung der Sonne auf der Erde nachzuvollziehen und durch Kernverschmelzung Energie zu gewinnen. Aufgabe von ITER ist es, zum ersten Mal ein für längere Zeit Energie lieferndes Plasma zu erzeugen.

Eingeleitet wurde diese Kooperation 1985. 1998 wurde der Abschlußbericht an die damaligen vier ITER-Partner weitergeleitet. Nach der Genehmigung des Berichts war damit aus wissenschaftlich-technischer Sicht eine ausreichende Planungsgrundlage vorhanden, um den Bau der Anlage zu beschließen. Die Partner beschlossen, den ITER-Entwurf kostensparend zu überarbeiten. Dem kostenreduzierenden Entwurf wurde im Januar 2000 zugestimmt. Die Planungsarbeiten auf der Basis des Vorentwurfs wurden im Juli 2001 fertig gestellt.

Im Juni 2005 wurde beschlossen, ITER in Cadarache, Südfrankreich, zu errichten. Der Bau der Anlage hat 2009 begonnen. Das erste Plasma aus normalem Wasserstoff und Helium ohne Fusionsreaktionen soll Ende 2025 erzeugt werden. Experimente mit Deuterium und Tritium (Fusionsreaktionen) sind ab 2035 vorgesehen.

ITER wird als Fusionsanlage vom Typ Tokamak geplant; seine Daten:

Vakuumgefäß (Durchmesser / Höhe) 19,4 / 11,4 Meter
Plasmaradius(größter/kleinster) 6,2/2,0 Meter
Plasmavolumen 840 Kubikmeter
Magnetfeld 5,3 Tesla
maximaler Plasmastrom 15 Megaampere
Heizleistung 73 Megawatt
Fusionsleistung 500 Megawatt
mittlere Temperatur 100 Millionen Grad
Brenndauer > 400 Sekunden