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INES

International Nuclear Event Scale; von der IAEO vorgeschlagene siebenstufige Skala, um Ereignisse in kerntechnischen Anlagen insbesondere unter dem Aspekt einer Gefährdung der Bevölkerung nach international einheitlichen Kriterien zu bewerten.

Die Bewertung hat sieben Stufen. Die oberen Stufen (4 bis 7) umfassen Unfälle, die unteren Stufen (1 bis 3) Störungen und Störfälle. Meldepflichtige Ereignisse ohne sicherheitstechnische oder radiologische Bedeutung im Sinn der internationalen Skala werden als "unterhalb der Skala" bzw. "Stufe 0" bezeichnet. Die Ereignisse werden nach drei übergeordneten Aspekten bewertet:

  •   "Radiologische Auswirkungen außerhalb der Anlage",
  •   "Radiologische Auswirkungen in der Anlage" und
  •   "Beeinträchtigung der Sicherheitsvorkehrungen"

Der erste Aspekt umfasst die Ereignisse, welche zur Freisetzung radioaktiver Stoffe in die Umgebung der Anlage führen. Die höchste Stufe entspricht einem katastrophalen Unfall, bei dem in einem weiten Gebiet Schäden für die Gesundheit und die Umwelt zu erwarten sind. Die niedrigste Stufe dieses Aspekts - Stufe 3 - entspricht einer sehr geringen Radioaktivitätsabgabe, welche bei den am stärksten betroffenen Personen außerhalb der Anlage zu einer Strahlenexposition von etwa einem Zehntel der natürlichen Strahlenbelastung führt.

Der zweite Aspekt umfasst die Stufen 2 bis 5 und betrifft die radiologischen Auswirkungen, welche ein Ereignis innerhalb der Anlage hat, von schweren Schäden am Reaktorkern bis zu größeren Kontaminationen innerhalb der Anlage und unzulässig hohe Strahlenexpositionen des Personals.

Der dritte Aspekt - zugeordnet sind die Stufen 0 bis 3 - umfasst die Ereignisse, bei denen Sicherheitsvorkehrungen beeinträchtigt worden sind, die die Freisetzung radioaktiver Stoffe verhindern sollen.

Bild: INES-Skala zur Klassiefizierung von Ereignissen in kerntechnischen Einrichtungen

INES, Skala zur Klassifizierung von Ereignissen in kerntechnischen Einrichtungen