DruckversionE-Mail senden

Anregungsenergie für Kernspaltung

Die Spaltung eines Atomkerns bedarf grundsätzlich der Zuführung einer Mindestenergie. Wird ein Neutron an einen Atomkern angelagert, so wird eine Energie frei, die sich aus der kinetischen Energie des Neutrons und der Bindungsenergie dieses Neutrons an den Kern zusammensetzt. Ist diese Energie größer als die Anregungsenergie für Spaltung für diesen Atomkern, kann der Atomkern spalten. Für U-235 beträgt die Anregungsenergie für Spaltung 5,7 MeV, die Bindungsenergie des anlagernden Neutrons 6,5 MeV, so daß auch Neutronen mit sehr geringen kinetischen Energien (z. B. thermische Neutronen mit einer kinetischen Energie von nur 0,025 eV) die Spaltung auslösen können. Ähnlich liegen die Verhältnisse von Anregungsenergie und Bindungsenergie bei den Atomkernen von U-233, Pu-239 und Pu-241. Bei U-238 und Th-232 ist dagegen die erforderliche Anregungsenergie für Spaltung mit 6,5 MeV deutlich höher als die Bindungsenergie des anlagernden Neutrons mit 4,8 MeV, so daß eine Kernspaltung nur möglich ist, wenn das Neutron eine kinetische Energie von mindestens 1,7 MeV besitzt. Bei einigen sehr schweren Atomkernen ist auch eine spontane Spaltung möglich. Spaltung, spontane

Atomkern Anregungsenergie
für Spaltung
MeV
Bindungsenergie
des letzten Neutrons
MeV
Th-232 6,5 4,8
U-233  6,2 6,8
U-235 5,7 6,5
U-238 6,5 4,8
Pu-239 5,8 6,5
Pu-240 6,2 5,2
Pu-241 5,6 6,3

Anregungsenergie für Spaltung