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Abfälle, radioaktive, Kernkraftwerk

In den Kernkraftwerken fallen einerseits Betriebsabfälle und andererseits ausgediente (abgebrannte) Brennelemente als radioaktive Abfälle an.

Die radioaktiven Betriebsabfälle entstehen durch Reinigungsmaßnahmen des Kühlkreislaufes, des aus Kontrollbereichen abzugebenden Wassers und der Luft sowie durch Reinigung der Anlage. Zur Reinigung des Kühlkreislaufes werden z. B. bei Druckwasserreaktoren Ionenaustauscherharze und Filterkerzeneinsätze verwendet. Zur Reinigung des abzugebenden Wassers werden Eindampfanlagen, Zentrifugen und Ionenaustauscherfilter eingesetzt. Zur Luftreinigung dienen Filter.

Bei der Reinigung der Anlage fallen insbesondere brennbare und pressbare Abfälle an. Diese Rohabfälle werden entweder direkt im Kernkraftwerk oder in einer externen Abfallkonditionierungsanlage behandelt. Die Verarbeitungsverfahren wie Trocknen, Pressen oder Verbrennen bringen eine starke Volumenverminderung.

Bei einem Druck- oder Siedewasserreaktor mit einer elektrischen Leistung von 1.300 MW fallen pro Betriebsjahr etwa folgende Rohabfallmengen an.

Betriebsabfälle aus einem DWR

Betriebsabfälle aus einem SWR

Nach entsprechender Konditionierung ergibt sich eine Menge von etwa 50 m³ radioaktiver Betriebsabfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung.

Die Menge der Abfälle aus der Entsorgung der jährlichen Entlademenge der abgebrannten Brennelemente, ist vom Entsorgungsweg abhängig: Bei einer Wiederaufarbeitung entstehen rund 10 m³ radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung und etwa 3 m³ wärmeentwickelnde Abfälle - die verglasten hochradioaktiven Spaltprodukte.

Bei der direkten Endlagerung der abgebrannten Brennelemente fallen rund 45 m³ wärmeentwickelnde Abfälle an.


Jährliche konditionierte Mengen radioaktiver Abfälle eines 1300-MWe-Kernkraftwerks (Betriebsabfälle und Abfälle aus der Brennelemententsorgung je nach Entsorgungsvariante)